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Der Ironman Hawaii in Kona

IRONMAN Hawaii – Die Triathlon-Weltmeisterschaft in Kailua-Kona

Der Ironman Hawaii ist und bleibt das absolute Highlight der Triathlonwelt. Jahr für Jahr findet im Oktober auf Big Island die Weltmeisterschaft über 3,86 Kilometer Schwimmen im pazifischen Ozean, 180,2 Kilometer Radfahren auf dem Queen Ka’ahumanu Highway von Kona nach Hawi und zurück, sowie einem Marathon-Lauf über 42,195 Kilometer statt. Aus einem sportlichen Ereignis für Exoten und Paradiesvögel ist mittlerweile ein Sport-Event mit weltweiter Reichweite und Anerkennung geworden. Die Geschichte über den faszinierenden Ironman Hawaii.

Niclas Bock Ehrlich währt am längsten
10. September 2018 Ironman Kona 2018 Motivation

Der Ironman Hawaii – Alles begann auf O’ahu

Erst seit 1981 findet der Ironman Hawaii auf Big Island, genauer gesagt in Kailua-Kona statt. Die eigentliche Geburtsstätte liegt nämlich auf der Nachbarinsel O’ahu. Am 18. Februar 1978 wurde dort erstmals ein Triathlon über die Ironman-Distanz ausgetragen. In Waikiki, einem Stadtteil von Honolulu, kamen damals 15 waghalsige Sportler zusammen, die sich dem Wettkampf stellten. Ein Wettkampf, der das Waikiki Roughwater Swim über 3,86 Kilometer, das Around-O’ahu Bike Race über 180,2 Kilometer und den Honolulu Marathon über 42,195 Kilometer vereinen sollte.

Gordon Haller ist nach 11:46:58 Stunden der erste Ironman der Geschichte

Heute beschäftigen sich Triathleten und Fans vor dem IRONMAN Hawaii mit solchen Fragen: Wer wird der oder die Schnellste sein? Wird der Streckenrekord fallen? Damals spielte all das keine Rolle. Es ging ums Ankommen, ums dabei sein – darum etwas Unmenschliches zu schaffen.

Dieser Gedanke ist bis heute der Kern einer Sportart, die mittlerweile den Sprung vom Extremsport zum Breitensport geschafft hat.

Dennoch gab es auch damals schon einen Sieger: Gordon Haller überquerte nach 11:46:58 Stunden als erster Mensch überhaupt die Zielleine des IRONMAN!

Die wilden 80er – Von strauchelnden Helden bis zum IRON WAR

Seit der ersten Austragung steigt das Interesse von Sportlern, Fans und Medien stetig. Schon im zweiten Jahr fanden sich 50 Sportler ein, Magazine berichteten über den außergewöhnlichen Dreikampf, Geschichten wurden geschrieben. Besonders rasant verlief die Entwicklung in den 80er-Jahren. Weltbekannt und sinnbildlich für die Mentalität von Triathleten sind die Bilder des Zieleinlaufs von 1982: Die in Führung liegende Julie Moss kann sich wenige Meter vor dem Ziel nicht mehr auf den Beinen halten, sie kollabiert – aber sie gibt nicht auf. Sie krabbelt, robbt und schleppt sich Meter für Meter über den Boden. Am Ende wird sie Zweite, geschlagen von Kathleen McCartney.

Ein Duell anderen Ausmaßes fochten Mark Allen und Dave Scott miteinander aus. Scott dominierte in den 80er-Jahren quasi nach Belieben den Ironman Hawaii. Sechs Mal konnte er das Rennen gewinnen und erst Mark Allen schaffte es endgültig die Dominanz von Scott zu beenden. Auch er sollte am Ende seiner Karriere sechs Mal als Sieger ins Ziel des Ironman Hawaii gelaufen sein.

Legendär und unvergessen lieferten sich die beiden 1989 ein Kopf-an-Kopf Rennen, das sich als IRON WAR in die Köpfe aller Triathlon- und Sport-Fans gebrannt hat. Vom Start bis zum Ende der Marathon-Strecke ließen sich Scott und Allen nicht aus den Augen, bekämpften sich mit Attacken und Tempoverschärfungen – bis es Mark Allen gelang entscheidende Meter zwischen sich und Dave Scott zu legen. Er gewann nach 8:10:13 Stunden mit lediglich 58 Sekunden Vorsprung.

Der Ursprung liegt im Abenteuer: Ein Sport für Ausdauerjunkies

Das Interesse an dem Dreikampf auf Big Island wächst von Jahr zu Jahr. Immer mehr Sportverrückte wollen sich der Herausforderung stellen, ihre Grenzen erfahren und überschreiten. Die oben beschriebenen Helden-Geschichten befeuern genau diesen mythischen Charakter, der bis heute die gesamte Sportart prägt. Seit 1985 führt der Weg nach Kailua-Kona nur noch über Qualifikations-Wettkämpfe, die mittlerweile in der ganzen Welt unter dem Ironman-Label ausgetragen werden. Den Kern, das Herz des Triathlons bilden nach wie vor die Amateursportler.

Thomas Hellriegel erster Deutscher Ironman Hawaii-Champion

Thomas Hellriegel gelang es 1997 als erster Deutscher den Ironman Hawaii zu gewinnen. Seine Stärke auf der Radstrecke wurde zu seinem Markenzeichen und die Amerikaner verliehen ihm den Spitznamen „Hell on Wheels“, mit dem er noch heute von seinen Fans angesprochen wird. Hinter ihm standen damals übrigens zwei weitere Deutsche auf dem Podium: Jürgen Zäck wurde Zweiter, Lothar Leder Dritter. In den Jahren 1995 und 1996 wurde Hellriegel bereits Zweiter, 2000 gelang ihm als Dritter erneut der Sprung aufs Siegerpodest.

The Germans – Stadler und Al-Sultan sorgen für deutsche Dominanz beim Ironman Hawaii

Normann Stadler trägt sich 2004 als zweiter Deutscher in die Siegerliste des Ironman Hawaii ein. Im Folgejahr gelingt dem Münchner Faris Al-Sultan die Wachablösung als nächster Deutscher IRONMAN-Champion. 2006 gewinnt Stadler erneut – das vorläufige Ende der deutschen Dominanz in Kailua-Kona. Zwar sorgt Andreas Raelert mit seinen beiden zweiten und dritten Plätzen von 2009 bis 2012 immer wieder für Glanzmomente, der nächste schwarz-rot-goldene Titel bleibt aber erstmal aus.

Sebastian Kienle – Weltmeisterlich beim Ironman Hawaii 2014

Beim Ironman Hawaii 2014 ist es dann wieder soweit: Sebastian Kienle wird den Erwartungen gerecht und wird Ironman Weltmeister. Den Grundstein für seinen Erfolg legt er auf der Radstrecke. Außerdem gelingt Sebi etwas, das in der Szene bisher als nicht-schaffbar galt: Er gewinnt innerhalb eines Jahres die Ironman Europameisterschaft in Frankfurt, sowie die Weltmeisterschaft beim Ironman Hawaii. Dritter wird in diesem Jahr übrigens Jan Frodeno.

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Foto: Trevor Clark/Red Bull Content Pool

Seit 2013 hat Sebi immer den Sprung in die Top-10 des Ironman Hawaii geschafft. Bei seiner Premiere wurde er Dritter, nach seinem Titelgewinn im Jahr 2014 folgte 2015 der 8. Platz, ein Jahr später wurde er hinter Jan Frodeno und vor Patrick Lange Zweiter. 2017 erreichte er den 4. Platz.

Jan Frodeno – Der Ironman Hawaii als neues Elixier

Es gibt keinen größeren, erfolgreicheren und bekannteren Triathleten als Jan Frodeno. Nach seinem Sieg bei den olympischen Spielen von Peking 2008 gewinnt Jan Frodeno 2015 den Ironman Hawaii. 2016 verteidigt er seinen Titel und kürt sich erneut zum Weltmeister. Rückenprobleme verhindern 2017, dass Frodo im Kampf um den Sieg mitspielen kann. Er schleppt sich mit starken Schmerzen über die Marathonstrecke und erreicht nach 9:15 Stunden auf dem 70. Platz das Ziel. Ein Ergebnis, das ihn motiviert wie nie zuvor.

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Foto: Joern Pollex/Getty Images for IRONMAN

In der Saison 2018 gewinnt Frodo alle Wettkämpfe, bei denen er startet, nach Belieben – so zum Beispiel auch den Ironman 70.3 Kraichgau und den Ironman Frankfurt im direkten Duell gegen Patrick Lange, sowie die Ironman 70.3-WM in Südafrika. 2018 kommt es zum großen Showdown zwischen ihm und seinen starken deutschen Kontrahenten um Patrick Lange und Sebastian Kienle.

Patrick Lange – Rekordhalter, Wunderläufer, Ironman Hawaii Champion

IRONMAN World Championship
Foto: Sean M. Haffey/Getty Images for IRONMAN

Der Name Patrick Lange steht bereits zwei Mal in den Geschichtsbüchern des Ironman Hawaii. 2016 wurde er Dritter und rannte den Marathon so schnell, wie noch niemand zuvor: 2:39:45 Stunden. 2017 packte er noch eine Schippe drauf, rennt den Marathon erneut unter 2:40 Stunden, gewinnt den Ironman Hawaii und stellt mit 8:01:39 Stunden einen neuen Streckenrekord auf. Das Rennen auf Big Island liegt dem Darmstädter besonders gut, mit den harten Bedingungen kommt er scheinbar spielerisch zurecht. Die Zukunft wird spannend!

Die Rekordzeiten und -halter auf den Strecken des Ironman Hawaii

Die Streckenrekorde der Männer:

  • 3,86 km Schwimmen – Lars Jorgensen (USA) – 46:41 Minuten (1998)
  • 180,2 km Radfahren – Cameron Wurf (AUS) – 4:12:54 Stunden (2017)
  • 42,195 km Laufen – Patrick Lange (GER) – 2:39:45 Stunden (2016)

Die Streckenrekorde der Frauen:

  • 3,86 km Schwimmen – Jodi Jackson (USA) – 48:43 Minuten (1999)
  • 180,2 km Radfahren – Karin Thürig (SUI) – 4:44:20 Stunden (2011)
  • 42,195 km Laufen – Mirinda Carfrae (AUS) – 2:50:27 Stunden (2014)

Kona Special

Dieser Artikel ist Teil unseres Kona-Digital-Specials zur Ironman Weltmeisterschaft. Strecken, Athleten, Equipment und Geschichten von der Insel:

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