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Justus Nieschlag | Gekommen um zu bleiben

Justus Nieschlag ist zurzeit der beste deutsche Triathlet im Kurz-Distanz-Zirkus. Der Niedersachse hat letztes Jahr mehr als deutlich gezeigt wohin ihn sein Weg in Zukunft führen soll: Nach oben. Im Portrait stelle ich euch einen Athleten vor, der weiß was er will und wie er es erreichen kann. Prädikat: Beispielhaft.

Niclas Bock Ehrlich währt am längsten
26. Februar 2018 Triathlon

Nein, es ist natürlich kein Zufall, dass dieser Text über Justus Nieschlag den gleichen Titel trägt, wie der bekannte Song der deutschen Band „Wir sind Helden“. Gekommen um zu bleiben, das wäre auch das perfekte Resümee nach Justus letzter Saison gewesen: Deutscher Meister über die Sprint-Distanz, Militär-Weltmeister, Weltcup-Sieg im spanischen Huelva und der krönende Abschluss mit dem 5. Platz bei der World Triathlon Series in Stockholm. Ach ja, zum Saisonausklang versuchte Justus sich bei der Challenge Mallorca noch an seiner ersten Mittel-Distanz. Er siegte. Mit knapp sechs Minuten Vorsprung.

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Sparda-Münster City Triathlon
© Petko Beier / pebe-sport.de

Selbstverständlich selbstverantwortlich

Wir sind Helden. Das könnte gleichzeitig die Botschaft sein, die Justus als Athletensprecher der Deutschen Triathlon-Nationalmannschaft vertritt. Wir Athleten sind die Helden. Erfolg und Misserfolg, siegen und scheitern – da müssen die Athleten selbst durch. Und ein Stück Selbstverantwortung auf dem Weg in die Weltspitze schadet sicher nicht.

Dass Selbstverantwortung nicht selbstverständlich ist, bekam Justus 2017 zu spüren. Er entschied sich dazu weiterhin seinem Coach Dan Lorang zu vertrauen. Lorang jedoch hatte im Herbst 2016 seinen Hut bei der DTU genommen und stand seitdem nicht mehr im Dienste der Nationalmannschaft. Für den Verband ein Problem, denn nach einigem Hin und Her entschieden die Offiziellen, dass DTU-Kaderathleten an den Leistungsstützpunkten bei den Stützpunkt-Trainern zu trainieren hätten. Egal ob Athlet und Trainer zusammenpassten, ob die bekannte Chemie passte oder nicht. Aber Justus hielt zu Lorang, vertraute seinem Gespür – und flog aus der Trainingsgruppe, die bisher gemeinsam am Saarbrücker Stützpunkt trainierte. Auch wenn es nur zwei Wochen dauerte bis er dort wieder mittrainieren durfte, waren es zwei Wochen voller Stress.

Gemeinsam mit Lorang fuhr Justus nach Frankfurt, suchte das Gespräch mit dem Verband und gemeinsam fand man eine Lösung. Er konnte also, nach den besagten zwei Wochen, wieder im gewohnten Umfeld trainieren. Justus bedankte sich auf seine Art: Mit Leistung und Ergebnissen. Er kam im Laufe der Saison immer besser in Fahrt, wurde stärker, schneller und wollte seine gute Form natürlich bei Wettkämpfen beweisen.

Nieschlag: Mich schockt nichts mehr

So ein Typ ist Justus nämlich – ein harter, zuverlässiger und fleißiger Arbeiter. Einer, den man früher beim Fußball gerne als „Wadenbeißer“ bezeichnet hätte und den man nicht als Gegner haben wollte. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist Justus aber auch ein ruhiger, bescheidener und entspannter Zeitgenosse. Er strahlt das aus, was vor allem Siegertypen besitzen: Selbstsicherheit.

2017 Vattenfall World Triathlon Stockholm
© Petko Beier / pebe-sport.de

Zurück zur Saison 2017. Da stand Justus also, voll im Saft und heiß auf Rennen. Er wollte beim Rennen der World Triathlon Series in Stockholm zeigen was in ihm steckt. Mit einem 5. Platz gelang ihm das auch mehr als eindrucksvoll. Es ist das beste Ergebnis eines deutschen Mannes seit langer Zeit.

Leistung auf und neben der Strecke

Neben seinen sportlichen Leistungen und Ambitionen erfüllt Justus, gemeinsam mit Sophia Saller, die Rolle des Athletensprechers der Triathlon-Nationalmannschaft. Gewählt wurden er und Saller von den Athleten selbst, nun nehmen sie alle drei Monate am Leistungssportausschuss, einmal jährlich an der Klausurtagung und bei anderen Präsidiumssitzungen teil. Sie sind die Stimme der Athleten und haben für die Bedürfnisse ihrer Nationalmannschaftskollegen ein offenes Ohr.

Dass sie tatsächlich etwas bewegen können, zeigt sich unter anderem an den Veränderungen, die 2018 in Kraft treten: Als Athlet der Nationalmannschaft hat man nun viel mehr Freiraum und Entfaltungsmöglichkeiten. Es gibt einzelne Stützpunkt-Trainingsgruppen – denen man sich als Athlet anschließen kann oder nicht. Jedes Squad entscheidet beispielsweise für sich wann, wohin und mit wem es ins Trainingslager geht. Athleten, die ihren eigenen Weg gehen wollen, können das zukünftig mit voller Rückendeckung des Verbands tun. Ich kommentiere das mal mit: Vielversprechend.

Am ersten März-Wochenende startet für Justus die Saison beim ersten Rennen der World Triathlon Series in Abu Dhabi. Es wird ein spannendes Jahr, denn Justus ist gekommen um zu bleiben.

Steckbrief Justus Nieschlag

Challenge Peguera-Mallorca 2017
© Petko Beier / pebe-sport.de

Bildmaterial & Fotokurse von Petko Beier:

  • Vielen Dank an Petko Beier für die Bereitstellung des Bildmaterials für diesen Artikel. Für Interessierte bietet Petko regelmäßig Foto-Kurse an. Auf pebe-sport.de findet ihr eine Übersicht.

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