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Triathlon hält jung | Wenn Bruno tanzt

Der Festsaal in dem stylischen norwegischen Hotel tobt. Die Leute reißt es applaudierend und jubelnd von ihren Sitzen. Eigentlich ist das hier nur eine ganz gewöhnliche Siegerehrung nach dem IRONMAN 70.3 Norway irgendwann im Sommer 2016. Aber der Saal droht vor lauter positiver Energie fast zu platzen. Schuld daran ist ein über 70-jähriger Mann, der da vorne auf der Bühne ein Freudenfeuerwerk der Extraklasse zelebriert, er hat soeben den 1. Platz seiner Altersklasse gewonnen. Wenn Bruno tanzt.

Niclas Bock Ehrlich währt am längsten

Bruno Christen, geboren 1944 in der Schweiz, Vollblut-Triathlet und Gute-Laune-Macher. Ungefähr so könnte man den quirligen Schweizer beschreiben, wenngleich das noch lange nicht alles über ihn aussagt. Gesehen habe ich Bruno zum ersten Mal 2015 beim IRONMAN 70.3 in Palmas, Brasilien. Nur flüchtig, nur für ein Händeschütteln. Allerdings sollte das nicht unsere einzige Begegnung bleiben. Und darüber bin ich sehr froh, denn Bruno verkörpert etwas, das bei vielen Triathleten leider oftmals durch Verbissenheit und Egoismus in Vergessenheit gerät: Die pure Liebe und Leidenschaft zum Sport. Und, dass Triathlon zum Lebenselixier werden kann.

Mein Motto ist: Just do it!

Ich habe Bruno für diesen Beitrag ein paar Fragen gestellt und seine Antworten haben mich absolut darin bestätigt, ihn bei Pushing Limits als Mensch, Sportler und Persönlichkeit vorzustellen. Ich bin sicher, dass er nicht nur für mich, sondern auch für viele von euch eine wahre Inspiration sein kann. Und deshalb möchte ich euch unser Gespräch nicht vorenthalten. Viel Spaß!

Lieber Bruno, woher nimmt Du all Deine Energie und Motivation, um in Deinem ehrenvollen Alter durch die Weltgeschichte zu Reisen und an den exotischsten Orten Wettkämpfe zu bestreiten?

Aus Freude am Dasein und im Wissen, dass alles endlich ist – also muss ich Gas geben! Meine Frau, wir sind dieses Jahr 50 Jahre verheiratet, unterstützt mich sehr und begleitet mich in die Trainingscamps und auf die Wettkämpfe. Außerdem ist es fantastisch immer aufs Neue, interessante und besondere Menschen kennen zu lernen.

Welche sportlichen Ziele verfolgst Du 2018 und in der weiteren Zukunft?

2018 plane ich fünf bis sechs Rennen über die IRONMAN 70.3-Distanz. Im April beginne ich in Brasilien und im September beende ich die Saison in Nizza. Und 2019 werde ich vielleicht Weltmeister in meiner Altersklasse? Dann bin ich nämlich wieder der Jüngste meiner AK .

Hast Du Vorbilder oder besondere Persönlichkeiten, die Dich inspirieren?

Nein, Vorbilder habe ich nicht. Aber ich orientiere mich an meinen Kumpels, die mich regelmäßig schlagen. Zum Beispiel Herman Aschwer aus Deutschland oder Hans Küenzi aus der Schweiz. Diese guten Freunde gilt es zu schlagen oder ihnen mindestens immer näher zu kommen. Oder ihnen Angst zu machen.

Was waren die schönsten Momente und Erinnerungen, die Du durch den Triathlon erlebt hast?

Jedes Mal, wenn ich mit viel Kampf das Schwimmen endlich hinter mir habe, bin ich glücklich. Denn dann beginnt der schöne Teil des Wettkampfes.

Jede Zielankunft ist jedes Mal wieder „der schönste Moment“. Unglaublich, diese Glücksgefühle! Auch wenn vieles weh tut, es ist einfach schön und erfüllend.

Schön ist auch der Respekt untereinander. Ob Frau oder Mann, alt oder jung, Profi oder AK-Athlet. Es machen alle das Gleiche, mit mehr oder weniger Leiden, und respektieren gegenseitig die erbrachten Leistungen. Schön ist es außerdem zu spüren, wie der Körper – obwohl schon etwas in die Jahre gekommen – mitmacht. Ich habe vor vielen Jahren einmal einen Schäferhund trainiert. Es war faszinierend zu sehen mit welcher Freude er lernte und das Erlernte dann auch zeigen wollte. Manchmal empfinde ich da Parallelen zu meinem Körper .

Sportliche und spezielle Momente waren auf jeden Fall die Podiumsplätze in meiner Altersklasse bei der WM 2014 in Canada und 2016 in Australien.

Seit wann bist Du Triathlet und wie kam es dazu?

Ich hatte einen 365-Tage-Job, der mich sehr absorbierte. Etwa 70 Prozent meiner Arbeitszeit war ich auf der ganzen Welt unterwegs. Meine Freunde prognostizierten mir einen „Break-Down“, sobald ich in Pension gehen würde. An einem Freitag hatte ich meinen letzten Arbeitstag, am Montag darauf begann ich mit dem Triathlon-Training. Nie, aber auch wirklich nie, gab es eine Spur von einem „Break-Down“ – Dank Sport und den entsprechenden Zielen. 2009 habe ich meinen ersten IRONMAN 70.3 gemacht, 3. Rang und WM-Quali. Damit war der Damm gebrochen und ich habe seither 24 Wettkämpfe über diese Distanz gefinished.

Im Übrigen finde ich Triathlon eine wunderbare Sportart. Die drei Disziplinen – plus Krafttraining – zu trainieren ist abwechslungsreich. Alle haben irgendwo eine Schwäche, die meisten beim Schwimmen. Ich auch. Und trotzdem möchte ich es nicht missen.

Welchen Stellenwert nimmt Triathlon in Deinem jetzigen Leben ein?

Der Triathlon bestimmt, bei sechs Trainingstagen pro Woche, zum größten Teil mein jetziges Leben. Bei der Ernährung bin ich, mit Ausnahme der Wettkampfwoche, aber recht liberal. Auf ein gutes Glas Rotweisen, ein oder zwei Mal pro Woche möchte ich keinesfalls verzichten. Neben dem Sport mache ich auch sehr gerne Musik oder gehe tauchen.

Bruno-Christen-Ironman-70.3-WM-Australien-Laufen

  • Ich wünsche Bruno für seine Saison alles Gute und wer weiß? Vielleicht klappt es ja 2019 mit dem WM-Titel in seiner Altersklasse. Vielen Dank, Bruno, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast.

14 Kommentare

  1. Amore,
    bin stolz dich ein kleines Stück bei deinen Trainings begleitet zu haben.

  2. Lieber Bruno.
    Ein sehr guter Artikel über dich. Bleib weiter so… Wünsche dir viele Highlight in der Saison 2018.
    Gruss Peter

  3. Lieber Bruno
    Du als mein ehemaliger Chef, was du heute fertig bringst ist mehr als unsere gemeinsame Zeiten im „Webstühble“.
    Gratuliere von Herzen Kurt

  4. Jaaa! Dieser Artikel ist perfekt auf Bruno zugeschnitten. Eigenschaften wie Selbstdisziplin und Ehrgeiz, aber auch die Fähigkeit, Selbstkritik zu üben,wenn nötig,kann er mit bravour meistern. Ich wünsche Bruno viel Kraft und Gesundheit fürs 2018. Dein Freund Rolando

  5. Herzliche Gratulation B R U N O zu Deinen Superleistungen. Drücke für den WM-Titel dieses Jahr die Daumen.
    Wir können alle sehr stolz auf Dich sein, und uns etwas in Deinem Schatten sonnen. (Man muss das alles zuerst machen!)
    Herzlichst und weiterhin Gute Gesundheit
    Alexander Stiefel

  6. Lieber Bruno
    Du leistest Unglaubliches! Und findest dennoch Zeit für deine Freunde, die Musik, das Tauchen usw. Dein Elan und Humor ist einfach erfrischend!
    Ich wünsch dir viel Glück, damit deine Ziele erreichen kannst. „Tanz weiter“…
    Edith

  7. Super Bruno !!! Nachträglich herzliche Gratulation
    und viele liebe Grüsse aus dem sommerlichen
    Tauranga NZ von Sigi W. & Irma Siegenthaler

  8. Lieber Bruno,
    Herzliche Gratulation für deine ubermenschliche Leistung!
    Der Artikel auch ist hervorragend geschrieben
    Viel Erfolg im 2018 wunschen wir dir!

  9. Knowing you, lieber Bruno, hat es mich nicht wirklich erstaunt, dass du auch heute noch zu solch überragenden Leistungen fähig bist. Du warst ja schon immer kaum zu stoppen und bist offenbar deinem Naturell treu geblieben. Weiterhin alles Gute und viel Erfolg wünscht dir Margrit Geiger-Burtscher

  10. Soeben bist Du mein Vorbild geworden! Bleib so fit und gesund. Ich hoffe ich sehe Dich auch 2018
    irgend wo wieder auf diesem Planteten.
    Bis dann, Alfi

  11. Lieber Bruno. Gratuliere dir ganz herzlich. Warst schon immer ein „Draufgänger“ so dass mich deine Erfolge nicht überraschen.

  12. Hat mich sehr gefreut etwas
    von dir zuhören.Du bist und
    bleibst einmalig.
    Wünsche dir alles gute und viel Erfolg.
    Liebe Grüße von meinem Frau
    Enrica und von mir.
    Dein Freund und ehemaligen
    Arbeitsfreund Danilo

  13. Super Bruno ! !
    Gratuliere dir und weiterhin alles alles Gute und viel Erfolg !

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