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Best of Bocki #35 – Halb-Marathon Hamburg: In Party Pace durchs Wochenende

Was haben ein spontanes Gin Tasting, ein Halbmarathon und eine Boy Group miteinander zu tun? Eigentlich gar nichts. Es sei denn, es geht nach Hamburg. Am Freitag bin ich noch mit gemischten Gefühlen gen Norden gefahren. Zurück ging es allerdings mit guten Erinnerungen, schweren Beinen – und einem neuen Abenteuer im Gepäck. Ein Erlebnisbericht.

Niclas Bock Ehrlich währt am längsten
30. April 2019 Blog Ziele

Es ist Freitagnachmittag, meine Bahn steht in Lüneburg und nichts geht mehr. Ich möchte am liebsten rum pöbeln, gegen die Wagons treten oder meine Aggressionen gegen diesen Schei…, äh Saftladen namens Deutsche Bahn sonst irgendwie loswerden.

So wie ich mich gerade fühle, so müssen sich die Assis fühlen, die im Auto die Scheibenwischer-Waschanlage betätigen, wenn sie gerade einen Radfahrer überholt haben: Hilflos, armselig und mit begrenztem Denkvermögen.

Ich habe Hunger. Während ich – recht schlecht gelaunt natürlich – zum Bäcker des Lüneburger Bahnhofs marschiere, rufe ich Tamara an und schildere ihr die Situation, als wäre sie höchstpersönlich für die mehr als 90 Minuten Verspätung verantwortlich. Einen Schokomuffin sowie Kaffee später geht es mir schon besser. Ich entschuldige mich und ernte, dankenswerter Weise, aufgrund der Ausnahmesituation vollstes Verständnis. Dass das alles hier ein ziemlich verkorkster Start in ein wirklich gutes Wochenende sein sollte, stelle ich knapp acht Stunden später fest.

Spontan: Gib dem Abend einen Gin

Irgendwie hat es am Ende doch noch geklappt einigermaßen pünktlich zum Start des Team-Wochenendes von meinem Sponsor 361° in Hamburg anzukommen. Nach einer schnellen Dusche sitze ich mit meinem Zimmerkollegen Jens und den anderen Sportlern in einem kleinen gemütlichen Restaurant. Und weil Jens und ich so gut drauf sind, wollen wir den Abend noch gemütlich bei einem Gin ausklingen lassen. Gemütlich. Bei einem Gin. In Hamburg. Ihr versteht schon: Das war der angesprochene Zeitpunkt, an dem das wirklich gute Wochenende losging.

Am Samstag hieß es dann Back to Business: Besuch der Marathon-Expo, Startunterlagen für den Halbmarathon abholen, Vorträge, Workshops, Sight Seeing-Run und nochmal Vorträge und Workshops. Der ganze Tag war so rappelvoll, dass ich gar keine Gelegenheit hatte, mich so richtig mit dem größten Problem der letzten Zeit zu beschäftigen: Seit vier Wochen schlug ich mich mit anhaltenden Schmerzen in der Wade herum, richtig nervig. Ursprünglich wollte ich beim Halbmarathon in Hamburg versuchen an eine Zeit von 1:13 Stunden heran zulaufen.

Dieses Vorhaben war natürlich Schall und Rauch, da in den letzten Wochen schlicht und einfach kein Lauftraining möglich war.

Da sich aber einige Tage zuvor eine Besserung eingestellt hatte, war ich zuversichtlich, dass ich schmerzfrei die Strecke absolvieren könnte und das leidige Thema dann auch überwunden ist. Was geholfen hat die Wadenprobleme in Griff zu bekommen? Ruhe, Blackroll, Dehnen, Physio, Massage – was davon am Ende nun der entscheidende Faktor war, kann ich allerdings nicht genau sagen.

Wenn eine gute Gruppe geht…

Es ist Sonntagfrüh, der Wecker klingelt um 6:00 Uhr und wenige Minuten später sitze ich mit Kaffee und Nutella-Brötchen im Frühstücksraum des Hotels. Draußen ist es zwar kalt und nass, aber irgendwie habe ich Bock auf den Halb-Marathon. Ich wollte mich einer Gruppe von Hamburger Jungs anschließen, die mit der Zielzeit 1:15-16 Stunden an den Start gingen. Natürlich wusste ich, dass mir das irgendwann zu schnell werden würde, aber wenn man an der Startlinie steht, dann ist das mit der Vernunft ja bekanntlich so eine Sache. Außerdem war es kein Wettkampf-Highlight, sondern eine Lauf-Veranstaltung bei der es mir vor allem darum ging einfach Spaß zu haben und im besten Falle so lange wie möglich mit ein paar coolen Jungs über die Strecke zu ballern. Eine Läuferin von 361° fand dann beim Frühstück noch die perfekte Beschreibung für den bevorstehenden Lauf: „I’ll call it a Party Pace-Run!“

Party Pace. Mag sein, dass das keine Wortneuschöpfung ist. Aber ich habe die Formulierung zum ersten Mal gehört und finde sie herrlich.

Ab sofort gehört Party Pace offiziell in das Repertoire meiner Intensitätsbereiche. In meinem Falle ist es ein Tempo, dass so etwa zehn Prozent unter dem roten Bereich liegt. Ein Tempo, bei dem man noch in der Lage ist zu agieren und taktieren.

Ein Halb-Marathon wie er sein sollte

Wenige Minuten vor dem Start findet sich die Boy Group für den Halbmarathon hinter der Startlinie zusammen, im Kern: Nils Goerke, Paddy, Ruben, Christian und ich – hoffentlich habe ich niemanden vergessen. Pünktlich um 8:25 Uhr fällt der Startschuss, die Wadenprobleme sind vergessen, das Gin-Tasting längst verarbeitet, die Boy Group bahnt sich ihren Weg. Kilometer eins bis drei fliegen nur so an uns vorbei. Aber Goerke macht Druck, hält das Tempo stets ein paar Sekunden unter der angepeilten Pace von 3:35 Minuten pro Kilometer. Dahinter Paddy, Christian, Ruben – den ich erst an der Startlinie kennengelernt habe – und ich quasi Schulter an Schulter.

Ich stelle fest, dass Goerke heute on fire ist. Nach etwa fünf Kilometern läuft er wenige Meter vor uns, dahinter wird gezuckt: Mitgehen? Lücke schließen? Was passiert hier gerade? Klug sage ich zu den anderen: „So schnell müssen wir gar nicht.“ Ich unterschlage allerdings, dass ich auch gar nicht schneller gekonnt hätte. Während Christian sich nach hinten verabschiedet, verabschiedet sich Goerke immer weiter nach vorne. Zehn Meter, 50 Meter, 100 Meter und irgendwann ist er außer Sichtweite. „Alter, Goerke!“, dachte ich noch. „Was machst Du für eine Scheiße? Das kann doch nie und nimmer gut gehen.“ Ging es aber und er lief wenige Sekunden unter 1:15 Stunden ins Ziel.

Paddy, Ruben und ich passierten die zehn Kilometer-Marke nach 35:45 Minuten, kurz darauf musste ich das Duo ziehen lassen. Die beiden marschierten weiter und spulten die folgenden Kilometer offensichtlich wie ein Uhrwerk ab. Paddy erreichte das Ziel knapp unter, Ruben knapp über 1:16 Stunden. Super stark, vor allem weil die Bedingungen mit Kälte, Regen und teilweise rutschigen Straßen alles andere als rasend waren. Ich schaffte es am Ende noch in 1:17:32 Stunden ins Ziel und war damit mehr als zufrieden.

Den Rest des Tages verbrachten Jan (der mit Kamera im Gepäck um 3 Uhr nachts in Düsseldorf losgefahren war) und ich an der Strecke und später noch auf der Pressekonferenz. Dazu dann aber bald mehr an gewohnter Stelle. Den Abend ließen wir in guter Gesellschaft bei Burger und Pommes (den Laden „Grilly Idol“ kann ich nur empfehlen!) ausklingen.

Das angesprochene Abenteuer

Ach ja, im Teaser habe ich ja noch ein neues Abenteuer erwähnt, das ich auf dem Weg zurück im Gepäck hatte. Oder besser gesagt im E-Mail Postfach. Nachdem wir Sonntagabend im Bett lagen habe ich mich nämlich noch für den Inferno Triathlon in der Schweiz angemeldet: 3,1 Kilometer Schwimmen, 97 Kilometer Rennrad fahren, 30 Kilometer Mountainbike und 25 Kilometer hinauf aufs Schilthorn laufen -insgesamt rund 5.500 Höhenmeter. Warum? Weil ich Bock drauf habe.

Bis in Kürze! Euer Bocki

1 Kommentare

  1. Nicht nur, dass ihr einen coolen Blog schreibt, den ich seit diesem Jahr begeistert folge… Nein, jetzt kommt noch fast nen „familiärer“ Touch dazu, da ich Paddy persönlich kennen lernen durfte. Sehr cool.
    Toll, dass ihr neben ernsten Themen auch immer noch so tolle Ereignisse, die einfach nur Laune bringen sollen, so beschreibt, dass man einfach nur Lust bekommt, die Schuhe zu schnüren und mit nen paar Jungs loszulaufen.

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