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Christian bloggt – Aller Anfang ist definitiv nicht leicht

Christian bloggt – Aller Anfang ist … definitiv nicht leicht.

Unser Trainingsplan läuft nun schon seit gut 3 Monaten, was steht denn da so drauf? Radfahren, Laufen und Schwimmen, na, wer hätte das gedacht. Diese Einheiten sind gefühlt aber nur als Abwechslung zwischen Kraft und Athletiktraining eingestreut. Um dies alles geschmeidig ausführen zu können, ist dem Dehnen und dem Rollen auf dem schwarzen Kunstoffzylinder auch Platz im Plan eingeräumt. Ich werde mir wohl eine Monatskarte für das Fitnessstudio holen müssen, was die Sorge groß werden lässt, dass man mich für einen von denen mit den guten Vorsätzen hält.

Christian Siedler von Pushing Limits
Christian Siedler Fotograf & Hobby-Athlet
22. März 2019 Ironman Training

Es wird übrigens wenig gelaufen. Dies wird im Laufe der Zeit mehr, aber im Augenblick geht es darum, Verletzungen zu vermeiden, wie uns Melanie und Stavro, unsere Trainer, erzählen und bei dem Thema ist das Laufen vorne mit dabei.

Wir schwanken auf die Höchstform zu

Der Aufbau des Plans ist nicht in größere Blöcke unterteilt. Wir spulen im Winter keine Kilometer ab, um dann ein paar Monate lang an der Schnelligkeit zu feilen, um dann spezifisch das Renntempo zu formen. Unser Plan ist ein sukzessiver Formaufbau zum Saisonhighlight hin. Grundlagen werden trotzdem aufgebaut, wobei diese Grundlagen erstmal aus dem erwähnten Athletik und Kraftprogramm bestehen, um den Körper auf die kommenden Monate vorzubereiten. Das Programm wird uns auch weiterhin begleiten und dazu werden die Umfänge langsam größer. Anfangs noch polarisiert, also an einem Tag schnelle Intervalle ballern und dann wieder ganz langsam und locker, zum Ende hin immer spezifischer.

Wir pendeln uns quasi ein und schwanken so auf die Höchstform zu.

Yea-ea-ea-ah, yea-eah, I feel hardcore! Yea-ea-ea-ah, yea-eah, always hardcore

FTP-Test

Damit man die Intensitäten im Training einordnen kann, gab es zu Anfang einen FTP-Tests. Macht man diesen auf Zwift, dann wird dies tatsächlich für alle sichtbar in der Liste angezeigt. Die Mitfahrer sollen wissen, warum da gerade jemand wie angeschossen durch die Pixelwelt brezelt. 20 Minuten All-Out. 20 Minuten mit Kopfhörern und die einzigen 20 Minuten, während der ich im letzten Jahr Scooter gehört habe. “I feel hardcore” geht schon da fast als Hochkultur durch, wenn man aufgrund der Anstrengung die Augen quer stehen hat.

Ich bin recht leidensfähig und die erste Hälfte hatte ich sogar etwas Freude daran, mich wissentlich wegzuschießen. Meine Leistung kann sich mit einem aktuellen FTP von 280 Watt sehen lassen, führt aber auch dazu, dass das weitere Training danach ausgerichtet wird und es nun auch im GA1 Bereich gefühlt nicht gerade locker ist.

Sarah hat nicht so viel Spaß. Da ich den Raum verlassen musste – allein schon aus Selbstschutz – bleibt das Ergebnis nebulös.

Sarah: und das ist auch gut so. Denn beim Schnaufen und Stöhnen und temporär alles kacke finden, möchte ich gerne alleine sein. Auch der inzwischen zweite FTP-Test gestaltete sich nicht spaßiger. Weder bezüglich der Anstrengung, noch des Ergebnisses. Rolle ist irgendwie nicht ganz so meins. Daher steigt aktuell um so mehr die Euphorie auf die hoffentlich bald wieder regelmäßigen Ausfahrten unter freiem Himmel.

Christian bloggt – Aller Anfang ist definitiv nicht leicht

Gemeinsam in der Küche radeln

Zwift ist ein gutes Stichwort, denn die wenigen gemeinsamen sportlichen Aktivitäten finden jetzt in der Küche statt. Ein typischer Triathleten-Pärchen-Sonntagsausflug auf Watopia eben. Nebenbei läuft Netflix, man spielt mit dem Handy, fotografiert den Anderen beim schwitzen oder quatscht einfach nur, sofern es die Wattwerte zulassen. Klingt unromantisch, aber beim Laufen sind unsere Tempi zu unterschiedlich geworden, beim Schwimmen lässt es sich schlecht reden und das Kraftprogramm packt man auch dahin, wo es persönlich gerade passt. So sehr sich unsere Trainer auch bemühen unsere Trainingspläne anzugleichen, lediglich ein oder zwei Einheiten in der Woche können wir zusammen abspulen. Sarahs Schichtdienst und mein “normaler” 40h-Job lassen mehr einfach nicht zu.

Stoffwechselprobleme

Die Leistungsdiagnostik hat neben Pulswerten auch bei mir ein Problem zu Tage gefördert, welches mir in einer E-Mail mit den Worten “dringend” und einem dicken Ausrufezeichen angekündigt wurde. Mein Stoffwechsel ist weit davon entfernt, eine Langdistanz zu überstehen. Ein Telefonat mit Coach Melanie und Stavro hat das Problem auch schnell aufgedeckt. Jede, aber auch wirklich jede Mahlzeit bei mir ist mit Kohlenhydraten versehen. Müsli am Morgen, vermeintlich gesundes Obst zwischendurch, der Couscous Salat zum Mittag und das Brot am Abend. Einzeln genommen irgendwie ok, in der Summe aber Kohlenhydrate Galore.

Hilfe, ich bin ein Carbo-Junkie!

Tipps zur Verbesserung gab es dann auch. Nüchterntraining. HighFat, LowCarb, etc. und passenderweise auch ein Podcast von Jan mit Dr. Wolfgang Feil.

Selbstverständlich habe ich erstmal alles falsch gemacht. Natürlich! Die Quittung hat nicht lange auf sich warten lassen in Form einer Voll-Krise am Beckenrand um 6 Uhr morgens und abendlichem Heulkrampf auf der Rolle. Low Carb, falsch angewendet, scheint sich auch auf die Psyche niederzuschlagen. Anscheinend muss man einige Fehler einfach selbst machen, einmal ganz oben und unten auf der Skala anschlagen, um das richtige Maß zu finden.

Es läuft… nicht

Große Umfänge gibt es beim Laufen wie erwähnt aktuell noch nicht. Techniktraining, Nüchternläufe, ein paar Sprints und dann… AUTSCH! Vorfuß kaputt. Eine selbst eingehandelte Überlastung aufgrund mangelnder Fußpflege. Schmerzfreies Laufen war für über einen Monat bei mir nicht möglich und kommt auch nur schleppend in Gang. Bei der geplanten Winterlaufserie habe ich nun 100% DNS. So langsam wird es wieder, aber auch nur mit einer bestimmten Schuhmarke. Geil! Ein Grund, neue Schuhe zu kaufen, um das Positive daran hervorzuheben. Trotzdem, auch wenn die Trainer abwinken und keine Gefahr für das Projekt Ironman Frankfurt sehen, so ist es für mich als Langdistanz-Rookie schwer, die Nerven zu behalten. Ich habe schon alle Szenarien durchgespielt. Von Verschiebung auf das nächste Jahr, über die totale Aufgabe des Sports, hin zu einer phänomenalen Genesung inklusive Leistungssprung. Es ist wahrlich nicht einfach, den Kopf auf Kurs zu halten.

Sarah: Auch für mich läuft es (gefühlt) nicht so ganz rund. Klar weiß man in der Theorie, dass so ein Langdistanz-Training natürlich eher auf Ausdauer ausgelegt ist als den Fokus auf neue Bestzeiten zu setzen. Die Umsetzung in die Praxis sah dann allerdings so aus, 3 von 4 Wettkämpfen dieses Jahr als eher “ein Satz mit x” ad acta zu legen. Und das ist noch die nett formulierte Variante.

Nachdem aber das gesamte Repertoire an Schimpfwörtern aufgebraucht war und auch durch noch mehr Rumgereisse am Tempo-machen-wollen nichts besser wurde, setzte die Kapitulation und damit etwas (aufgezwungene) Entspannung ein. Und sorgte für einen dann doch wieder endlich mal schönen Halbmarathon als Abschluss der Winterlaufserie.

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The struggle is real

Man kann nicht verschweigen, dass sich der Aufwand und die Belastung auch in der Beziehung niederschlägt. Stress im Alltag, Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung plus des Anspruchs dem Trainingsplan gerecht zu werden, und dies mal zwei. Das sorgt hin und wieder für Gewitterwolken in der Beziehung. Auch ist man ständig erschöpft oder müde oder beides, da hat keiner wirklich eine Hand voll Nerven übrig, weil wir beide immer irgendwie auf dem Sprung sind. Das ist zum Glück kein Dauerzustand, aber entspannt ist anders.

Auf der ToDo Liste steht deswegen ganz weit oben: sich gemeinsame Auszeiten zu nehmen, mal abschalten und nicht von Triathlon/Sport zu reden oder an die nächste Einheit zu denken. Das ist gar nicht so einfach, denn seit der Anmeldung vergeht eigentlich kein Tag, wirklich kein Einziger, an dem man nicht an den 30.06. denkt.

Um wenigstens dem Alltagsstress zu entkommen, geht es nun in den Süden, ins Trainingslager nach Fuerteventura. Kilometer machen. Aber auch um unsere Trainer besser kennenlernen und sie uns. Und fast noch wichtiger – wieder mehr Leichtigkeit und den Spaß am Training zurück zu gewinnen.

1 Kommentare

  1. Hey Christian,
    die Kohlehydratsache: das scheint mir doch garnicht soviel und „gesunde“ Kohlehydrate. Wie hast du dann eine Lösung gefunden, komplett LowCarb? aber brauch man nicht gerade fürs Training der Langdistanz bissl Power via Carbs?

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