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Best of Bocki #43 – Zwischen Verschwörungstheorien und Basisarbeit

12. September 2019



Nach ein paar kritischen und ungemütlichen Beiträgen über die Triathlonszene, wurde es turbulent bei mir. Zeit für ein Update! Ein Blog über interessante Nachrichten, spannende Gespräche und die Kunst, sich das Leben selbst schwer zu machen.

Es könnte alles so easy sein. Hier eine Karnevalsnase verteilen, dort ein paar dumme Sprüche klopfen und mit einem Dauergrinsen für leichte Unterhaltung sorgen. Das ist cool, macht Spaß und sorgt für gute Laune. Außerdem erhält man dafür ganz viel Schulterklopfen und Likes. Hätte ich ein schwaches Ego, dann wäre das der perfekte Weg in ein unbeschwertes Leben.

Bei allen Späßen, die wir uns hier erlauben, wollen wir aber nicht die Clowns der Triathlonszene sein.

Als ich mich Ende 2017 Jan und Pushing Limits angeschlossen habe, haben wir immer gesagt, dass wir 100 Prozent hinter unseren Inhalten stehen möchten. Seit 2012 hatte ich bereits unter der Rubrik „Bock bloggt“ auf tri-mag.de zu vielen Themen und Vorgängen in der Triathlonszene meine Meinung geäußert. Und ich habe mir mit den Blogs gewiss nicht nur Fans und Freunde gemacht. Besonders hoch stand bei mir damals die Kritik an der World Triathlon Corporation (WTC), dem Ironman-Unternehmen, im Kurs.

Worauf habe ich nicht alles geschimpft: Windschattenproblematik in den Rennen, Übernahme von Veranstaltungen, Kommerzialisierung, und und und. Ein Bekannter berichtete mir sogar von einem Termin, den er in der Frankfurter Ironman-Zentrale hatte. Ein puterroter Thomas Dieckhoff, damals Europa-Chef von Ironman, soll sich fürchterlich über „diesen Bock und seine Blogs“ aufgeregt haben. Ich habe mich geehrt gefühlt.

Anlaufstelle für die Triathlonszene

Mittlerweile ist mein Themenspektrum breiter und differenzierter geworden. Außerdem hat sich nicht nur die Reichweite vervielfacht, sondern auch die Interaktion und der Austausch mit der Triathlonszene – zum Beispiel in lebhaften, stets respektvollen Diskussionen per Facebook-Kommentar, persönlichen Nachrichten oder am Telefon. Besonders interessant wurde es allerdings in den letzten Wochen.

In zwei Blogs hatte ich mich kritisch gegenüber der Triathlon Bundesliga geäußert. In einem weiteren Blog, der sogar von sportschau.de aufgegriffen wurde, ging es um das fragwürdige Verhalten der Deutschen Triathlon Union (DTU). Zwar gibt es bis heute keinerlei Reaktionen von Verbandsseite, aber das Fass möchte ich jetzt hier an dieser Stelle gar nicht aufmachen. Mir geht es um etwas anderes.

Diese paar Blogs, in denen ich schlicht und einfach meine Meinung geäußert hatte, hatten offensichtlich Signalwirkung.

Plötzlich erreichten mich Nachrichten von Menschen, die mir jede Menge persönliche Erlebnisse und Erfahrungen in Zusammenhang mit der DTU schilderten. Ich habe bis heute nicht geschafft alle zu beantworten, geschweige denn jedem Thema nachzugehen. Es war jedenfalls alles dabei – von Verschwörungstheorie bis gerechtfertigte Nachfrage.

Immer wieder Fragen über die Deutsche Triathlon Union

Die Inhalte sind vielfältig und mir werden Fragen gestellt, die ich nicht beantworten kann. Zum Beispiel: Wer versteckt sich hinter den Decknamen „Abt“, „schwarzer Abt“ und „Gecko“? Wurde DTU-Athleten im Training Schmerzmittel verabreicht? Wieso beschäftigt die DTU als Dachverband des deutschen Triathlonsports mit Dennis Sandig einen Wissenschaftskoordinator, der in seiner Vergangenheit als Radsportler nach einer positiven A- und B-Probe wegen Dopings gesperrt wurde? Oder eine andere Frage zu personellen Entscheidungen der DTU: Wieso ist Daniel Unger Bundesstützpunkt-Trainer in Saarbrücken, wenn er gar keine entsprechende Qualifikation, Ausbildung oder Referenz für diesen verantwortungsvollen Job besitzt? Oder ganz profan: Warum fährt Bundestrainer Faris Al-Sultan ohne Helm Rad, wenn er mit DTU-Athleten unterwegs ist?

Wie ihr seht, sind das Fragen, bei denen man erstmal nicht so richtig weiter weiß. Ich kenne weder die Sachverhalte, noch die potentiellen Protagonisten. Wenn das hier jemand liest, der sie beantworten kann, dann freue ich mich über eine Mail an niclas@pushing-limits.de – oder wenn die DTU sie beantworten möchte, bitte gerne.

Ungemütliche Themen für einen Blogger: Warum?

Wie bereits erwähnt könnte alles so schön easy sein. Der Triathlon bietet viele unterhaltsame Themen, lädt stellenweise zur Selbstironie ein und zur Not fällt einem immer etwas aus der Welt von Training und Wissenschaft ein. Warum also Blogs über kritische Themen, die durchaus unbequeme Diskussionen nach sich ziehen können?

Weil ich finde, dass es das wert ist und auch das zu Pushing Limits dazu gehört. Jan und ich haben vor bald zwei Jahren diese Plattform geschaffen, weil wir die Hoffnung hatten die Triathlon-Medienlandschaft zu ergänzen, vielleicht sogar ein bisschen zu bereichern. Und ich glaube, dass wir das geschafft haben. Wenn wir dafür ab und an mal den ungemütlichen Weg einschlagen müssen, dann machen wir das. Auch wenn es dafür weniger Schulterklopfen oder Likes gibt.

3 Kommentare

  1. Moin ich find deine Kommentare und auch von Jan die Staements echt gut!
    Allerdings finde ich sobald Produkttest/Interviews zu Produkten von Jan anstehen egal ob hier in Textform oder in Form eines Podcasts das ganze sehr unkritisch und bauchpinselnd für den jeweiligen Hersteller. Das geht mir sonst überwiegend bei fast allen Inhalten des Tri-Mag so. Bei mir kommt das so an als würde aus Angst vor zukünftigen Interview oder Sponsoring/Support absagen lieber unkritisch die Herstellerpromo widerholt.

    Abgesehn davon, macht weiter so!

  2. Hi,

    ich finde eure Seite und insbesondere die oben angesprochene Berichterstattung zu Veranstaltern, Verbänden und weitere Szeneakteuren sehr gut und wichtig. Ihr habt im Gegensatz zu den anderen ‚großen Medien‘ in der deutschsprachigen Triathlonszene einen sehr unabhängigen und kritischen Blick. Das ist sehr erfrischend und begrüßenswert. Macht weiter so und versucht vielleicht tatsächlich Antworten auf die oben gestellten Fragen zu finden 🙂