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Höhentraining Teil 3 von 3 – Ist Anja Ippach bereit für den IRONMAN Südafrika?

Keine 24 Stunden mehr, dann fällt der Startschuss zum IRONMAN Südafrika. Es wird also Zeit für den letzten Teil über Anja Ippachs Vorbereitung, in der sie mit der Sleep High Train Low-Methode ganz neue Wege gegangen ist. Für den finalen Beitrag haben wir die Meinung eines Experten eingeholt, der Anja durch das Training mit dem Höhenzelt begleitet hat.

Niclas Bock Ehrlich währt am längsten

Gerrit Glomser ist ehemaliger Radprofi und gibt seine Erfahrungen, sein Wissen und seine Expertise heute an andere Sportler weiter. In der Vorbereitung auf den IRONMAN Südafrika hat sich Anja Ippach in Gerrits Obhut begeben. In den ersten beiden Teilen dieser Serie zum Höhentraining ging es bereits um unterschiedliche Facetten der Methode, die Anja angewendet hat. Nun gibt es die Einschätzung über Anjas Fortschritte von Gerrit.

Hat die Trainingsmethode mit dem Höhenzelt bei Anja angeschlagen?

Gerrit: „Definitiv ja. Leider ist der Hypoxieblock nicht ganz vollständig, weil Anja durch Verpflichtungen und Termine ein paar Stunden im Höhenzelt fehlen – es sind laut meiner Auswertung etwa 175 Stunden gewesen, anstatt 250 Stunden, die von der Wissenschaft eigentlich empfohlen werden, um den vollen Reiz auszuschöpfen. Aber schon mit diesen 175 Stunden ist eine Leistungssteigerung erkennbar.“

Woran machst Du Deine Einschätzung fest?

Gerrit: „Der Höhenreiz zeigt sich in der Veränderung der Pulsdaten und Sauerstoffsättigungswerte im Blut. Jeder Athlet zeigt hier ein individuell anderes Bild. Indem ich einen Parameter versuche „festzuhalten“ – in Anjas Fall ist dies die Sauerstoffsättigung – sieht man eindeutig, dass ich den Reiz, nämlich die Höhe, steigere. Würde ich das nicht tun, würde die Sättigung steigen und der Reiz zu gering ausfallen, sodass der Organismus nicht mehr rote Blutkörper produziert. Trotz steigender Höhe, und dadurch ja größerer Belastung für den Körper, fällt vereinfacht ausgedrückt der Puls. Das ist eindeutig ein Anpassungszeichen. Dieser Vorgang ist individuell extrem unterschiedlich und bei Anja zeigt er eben ganz konkret dieses Muster. Ich traue mich zu wetten, dass in Vorbereitung – auf zum Beispiel Roth – das Muster annähernd identisch ist. Vielleicht auf einem höheren Niveau, weil mitten in der Saison, aber das Bild  wird ein sehr sehr ähnliches sein. Muss es. Das ist ihre Art und Weise, wie ihr Körper auf Höhe reagiert. Also ihr ganz persönlicher Höhenfingerabdruck.“

Wird sich die Methode mit dem Höhenzelt auf Anjas Rennen beim IRONMAN Südafrika bemerkbar machen?

Gerrit:Höhe und ihr Effekt ist ja nur ein Parameter von in etwa zwei Handvoll, die zum Erfolg eines Wettkampfes beitragen. Soziales Umfeld, Training, Gesundheit, Ernährung, Regeneration, sonstiger Stress und keine Ahnung, was sonst noch alles an Stellschrauben mit hinein fällt. Anja hat die Voraussetzung geschaffen, dass sie theoretisch auf einem höheren Niveau fahren kann. Dass sie es dann am Sonntag abrufen kann, steht wieder auf einem anderen Blatt Papier.“

Was, glaubst Du, dürfen wir am Sonntag von Anja erwarten?

Gerrit:Was wir von ihr erwarten dürfen, würde ist so nicht als Frage stehen lassen wollen. Schon eher was sie von sich selbst erwartet? Ich weiß nur, dass ich selten einen Athleten oder Athletin betreut habe, die derart gewissenhaft an die Sache herangegangen ist! Natürlich auch mit Vorbehalt was Höhe alles bringen soll und nicht wissend was dabei heraus kommt. Anja hat für sich völliges Neuland betreten und war entsprechend orientierungslos wohin die Reise gehen kann. Gut, mein Feedback zu ihren beiden Tests hatte sie ja schon im Gepäck, aber Theorie ist dann doch immer noch anders, als es die Praxis dann zeigt. Wie genau sich ihre Reaktion auf Höhe darstellt, hat sie sich ja selbst über die drei Wochen erarbeitet. Dabei hat sie das Training sicher nicht in dem Maß auf den Höhenreiz angepasst, wie es idealerweise sinnvoll ist. Da fehlt einfach noch das notwendige Vertrauen in die Trainingsreduktion, die in der Höhe unbedingt erforderlich ist, damit die Höhe ihren vollen Schub zeigen kann. Die Dokumentation ist die erste ihrer Art, die zeigt, WIE und WANN man auf Höhe reagiert. Und das war erst der Startschuss einer völlig neuen Herangehensweise. Bei Anja lässt sich also noch einiges in Zukunft optimieren. Für das Betreten völligen Neulands hat sie sich super geschlagen. Ich bin super zufrieden mit den Ergebnissen der Leistungsentwicklung, hege aber keine Erwartungen an sie. Das steht mir nicht zu. Ich wünsche mir, dass sie sich ihren eigenen Erwartungen gerecht wird.“

Welche Rolle hast Du in der Vorbereitung auf den IRONMAN Südafrika konkret gespielt?

Gerrit:Ich habe ihr sämtliches Equipment zur Verfügung gestellt, von Höhengenerator über Höhenzelt, den Cyclus2 für die Dokumentation und meine 28 Jahre Erfahrung in Sachen Höhentraining.“

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