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Hintergründe und Auslöser: So können Depressionen entstehen

Im vorletzten Teil unserer Serie „Depression ist eine Krankheit“, die wir in Zusammenarbeit mit dem Wir für Yannic e.V. veröffentlichen, geht es um die Hintergründe und möglichen Auslöser, die zu einer Depression führen können. Die hoch anspruchsvolle Suche nach der Antwort auf die Frage ‚Wie entstehen Depressionen?` zeigt, wie vielfältig und unberechenbar diese Krankheit ist. Und gleichzeitig führt diese Suche in ein Nirvana aus Möglichkeiten, die es kaum erlauben ein klares Muster des Entstehungsprozesses von Depressionen zu erkennen.

Niclas Bock Bocki Pushing Limits
Bocki Ehrlich währt am längsten
18. April 2019 Gesundheit

Es ist schwierig, um nicht zu sagen unmöglich, eine Depression auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen. Eine Betrachtung der Dinge, die im Zusammenspiel den Ausbruch einer Depression als Krankheit begünstigen können, kann allerdings helfen, um in Ansätze ein Bild über Hintergründe und mögliche Auslöser zu erhalten. Auf jeden Fall gilt es zwischen zwei Aspekten, die dabei eine wesentliche Rolle spielen, zu unterscheiden: Den psychosozialen und den neurobiologischen.

Psychosoziale Aspekte: Wie einem das Leben widerfährt

Die psychosozialen Aspekte lassen sich als solche Dinge beschreiben, die einem Menschen in seinem Leben passieren oder widerfahren. Das können traumatische Erlebnisse oder Missbräuche sein; Überlastung im Alltag, Beruf oder Privatleben; Rückschläge oder das Verfehlen von gesteckten Zielen; möglicherweise begünstigen auch allgemeine Veränderungen der Lebensumstände und -verhältnisse eine Anfälligkeit für Depressionen.

Die Möglichkeiten, bei der Suche nach den Auslösern, sind so vielfältig wie das Krankheitsbild an sich.

Übrigens muss es bei solchen Erlebnissen oder Erfahrungen nicht ausschließlich um negative Einflüsse oder Veränderungen gehen. Es gibt auch Fälle, bei denen ein vermeidlich positives Geschehnis zu einer Depression geführt hat. Nur zwei plakative Beispiele, die sich hierfür finden lassen, sind der erfolgreiche Abschluss eines wichtigen Projekts im Beruf oder der Umzug ins langgeplante Eigenheim. Auch wieder ein Zeichen dafür, dass Entwicklung und Verlauf einer Depression schlichtweg nicht allgemein dargestellt und erklärt werden können.

Neurobiologische Aspekte: Die Rolle von Körper und Gehirn

Das Gehirn spielt die Hauptrolle bei allen Dingen, die wir tun, spüren, denken, sagen, hören, sehen oder fühlen. Und es spielt eine wesentliche Rolle bei dem Krankheitsverlauf einer Depression. Im Gehirn findet eine ständige Kommunikation zwischen den einzelnen Nervenzellen statt: Eine Nervenzelle produziert sogenannte Neurotransmitter (Botenstoffe). Diese Botenstoffe lösen an den Rezeptoren (Kontaktstellen) weiterer Nervenzellen einen Reiz aus, der wiederum zu einem Ausstoß von neuen Botenstoffen führt. Diese Darstellung ist natürlich sehr vereinfacht, aber als Beschreibung des Prozesses im Gehirn soll das hier an dieser Stelle ausreichen.

Kommt es zu Problemen oder Veränderungen bei diesem Austausch von Botenstoffen zwischen den Nervenzellen im Gehirn, könnte eine Depression die Folge sein. Zwei solcher Botenstoffe, die im Zusammenhang mit Depressionen sehr häufig genannt werden, sind Noradrenalin und Serotonin. Beide dieser Neurotransmitter können im Gehirn im Überschuss oder Mangel vorkommen – ein Ungleichgewicht, das möglicherweise bei der Entstehung von Depressionen eine Rolle spielt. Wer sich für die Wirkung der beiden Neurotransmitter interessiert, wird unter anderem auf der Seite von neurolab.eu fündig.

  • Im nächsten Teil dieser Serie beschäftigen wir uns mit den Behandlungsmöglichkeiten einer Depression und wie Betroffene und Angehörige mit der Krankheit umgehen können. 

Häufige Frage: Sind Depressionen vererbbar?

Die Frage, ob Depressionen vererbt werden können, taucht immer wieder auf, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt und versucht sich einen Überblick zu verschaffen. Und ja, nach aktuellem Stand lässt sich sagen, dass eine Veranlagung für Depressionen von den Eltern an ihre Kindern weitergegeben werden kann – aber nicht muss. Laut der Deutschen Depressionshilfe gibt es Studien, die zeigen, dass „die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken, für eine Person um das Dreifache erhöht ist, wenn die Eltern oder Geschwister an einer Depression erkrankt sind.“

  • Im letzten Beitrag werden wir uns damit beschäftigen, wie man als Betroffener mit Depressionen umgehen kann. Dabei soll es nicht nur um die erkrankten Menschen gehen, sondern auch um die Menschen im direkten Umfeld. Wir werden bei allen Beiträgen vom Wir für Yannic e.V. unterstützt, der uns mit seiner Expertise zur Seite steht. Der Verein setzt sich für Aufklärungsarbeit rund um die Krankheit Depression ein.

Die bisherigen Beiträge der Serie „Depression ist eine Krankheit“

  1. Vorstellung: Depression – Eine Krankheit mit vielen Gesichtern
  2. Krankheitsbild: Symptome, Unterschiede und Ausprägungen einer Depression
  3. Gespräch mit einem Betroffenen: „Ich habe gelernt mit der Depression umzugehen“

2 Kommentare

  1. Pingback: Umgang mit Depressionen: Therapieformen und Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit

  2. Ich denke im Umgang mit der Depression sollte man die offene Kommunikation mit einem nahe stehenden Freund oder bestenfalls der Familie in Erwägung ziehen. Es ist meist nicht klar, was die genaue Ursache ist, daher weiß man auch selten was gegen eine Depression zu tun ist. Ich denke, dass man dies individuell abwägen muss. Vielen Dank für den Beitrag.

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