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Radfahren

Sebastian Kienle testet: 100 Kilometer Zeitfahren

09.05.2020 · 4 Min. Lesezeit · von Niclas

Sebastian Kienle Zeitfahren TT10

Es war so ein Tag wie ihn Triathleten lieben. Knapp über 20 Grad, strahlend blauer Himmel, windstill. Besser hätten die Bedingungen für das Vorhaben von Sebastian Kienle also gar nicht sein können. Der Plan: 100 Kilometer-Zeitfahren mit Race-Equipment für Datenerhebung und Analysen in der echten Welt, fernab von Winkanal, Labor und Radbahn. Wir haben Sebi mit der Kamera begleitet.

„Ich habe mir sogar extra die Beine für heute rasiert“, verkündet Sebi nicht ohne Stolz, als wir uns auf einem Parkplatz im Baden Württembergischen Nirgendwo treffen. Dass das hier heute kein normaler Arbeitstag im Leben eines Profis wird, ist schnell klar. Die Vorfreude auf die bevorstehenden 100 Kilometer auf dem Zeitfahr-Bock, der übrigens noch mit der Startnummer des vergangenen Ironman Hawaiis geschmückt ist, ist Sebi anzumerken.

Das Set Up für den 100 Kilometer-Test

Sebastian Kienle Zeitfahren TT0

Das Zeitfahren absolviert Sebi auf seinem Race-Bike, dem Scott Plasma 5. Ausgestattet mit der Komponentengruppe SRAM Red eTap AXS 1×12, Speedplay Pedalen, Zipp 858 Laufrädern und Schwalbe One TT Reifen und custom made Extensions von speedbar.

Aerosensor von Notio zwischen den Extensions am Zeitfahrrad von Sebastian Kienle für den 100-Kilometer-Test

Ein kleines, aber wichtiges Detail findet sich zwischen den Extensions: Der Notio Konnect Aero Sensor. Mit diesem Gadget wird Sebi seine Aero-Daten messen und sammeln. So kann er kleinste Veränderungen der Sitzposition erkennbar und nachvollziehbar machen und beispielsweise erkennen, wie groß der Einfluß auf die Aerodynamik ist, wenn er während der Fahrt nach einer Trinkflasche greift und die optimale Sitzposition verlässt.

Sebastian Kienle Zeitfahren TT5

Neben den Aero-Daten wird Sebi das Zeitfahren unter wettkampfnahen Bedingungen auch für eine Schweißanalyse nutzen. Er verwendet dafür das Sweat Pack von BESTZEIT. Fünf Pflaster werden an vorgegebene Körperstellen geklebt, über Stoffpads wird während der Belastung Schweiß aufgesaugt. Die Pads werden im Anschluss luftdicht verpackt und zur Analyse ins Labor geschickt. Anhand der Ergebnisse kann Sebi die Zusammensetzung seines Schweißes ermitteln. Besonders wichtig ist der Natriumwert, der eine entscheidende Rolle für konstante sportliche Leistungsfähigkeit spielt.

Pflaster zur Schweißanalyse wird Sebastian Kienle vor dem Zeitfahren auf das Schulterblatt geklebt

Hand drückt vor der Testfahrt ein Pflaster zur Schweißanalyse auf den Unterarm eines Athleten

Pflaster mit der Aufschrift rechte Wade wird zur Schweißanalyse auf die Wade geklebt

Vorstart Geplänkel: Jedes Detail zählt

Bevor Sebi startet, kontrolliert er sein Material ganz genau. Er misst den exakten Luftdruck der Reifen, erhebt das Systemgewicht (Körpergewicht + gesamtes Equipment) und notiert die Zahlen. Im Anschluss wird er wieder auf die Waage steigen, um den Gewichtsverlust zu ermitteln, der innerhalb der 100 Kilometer-Testfahrt passiert. Alle Daten spielen später eine Rolle, wenn er mit seinem Coach und seinen Partnern die Auswertung vornimmt.

Sebastian Kienle Zeitfahren TT3

Neongelbe Radschuhe auf einer digitalen Waage neben dem Zeitfahrrad beim Ermitteln des Systemgewichts

Hände notieren vor dem 100-Kilometer-Zeitfahren von Sebastian Kienle den Reifendruck auf einem Notizblock

Test, Test: Das 100 Kilometer-Zeitfahren

Dann geht’s los! Auf einer flachen, kaum befahrenen Straße absolviert Sebi die 100 Kilometer auf seinem Zeitfahrrad. Er pendelt jeweils 10 Kilometer in die eine Richtung, dann 10 Kilometer zurück. Kleine Randnotiz: Wir begleiten seine Fahrt zwar mit dem Auto, bleiben allerdings stets hinter ihm oder maximal auf gleicher Höhe. Würden wir uns mit dem Auto vor ihn setzen, würde das die Aero-Werte stark verfälschen.

Sebastian Kienle auf dem Zeitfahrrad von hinten auf einer leeren Landstraße beim 100-Kilometer-Test

Ein beeindruckendes Bild: Sebi beim Radfahren zu beobachten ist per se eine Freude! Bei dieser Aufnahme ist zu erkennen, dass sein Kopf nicht mal über den höchsten Punkt seines Rückens hinausragt und somit nicht unnötige Angriffsfläche für den Wind bietet.

Sebastian Kienle in tiefer Aeroposition auf seinem Scott-Zeitfahrrad beim 100-Kilometer-Test

Die Bedingungen sind hervorragend. Die Temperatur pendelt sich bei 22,5 Grad ein, es ist fast windstill und der Asphalt in bestem Zustand. Außerdem sind auf der Straße kaum Autos oder andere Verkehrsteilnehmer unterwegs, sodass Sebi sich komplett auf eine konstante Leistung konzentrieren kann.

Sebastian Kienle in Aeroposition auf dem Zeitfahrrad an einer Leitplanke vor grüner Böschung und blauem Himmel

Sebi benötigt für die 100 Kilometer 2:18 Stunden, er fährt also eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 43,4 Kilometern pro Stunde. Die Wattzahlen rückt er zwar nicht raus, aber wie ihr später in den YouTube-Videos von Sebi hören werdet: „Es ist manchmal erstaunlich, wie einfach es ist, schnell zu fahren.“

Sebastian Kienle Zeitfahren TT10

Geschafft: Letzte Handgriffe nach der Testfahrt

Die Laune ist gut, es hat sich wohl gelohnt. Sebi macht einen zufriedenen Eindruck nach den 100 Kilometern. Sein Weg führt nun erneut auf die Waage, außerdem entfernt er die Pflasterpads und verpackt diese für den Transport ins Labor. So geht der gemeinsame Arbeitstag zu Ende.

Haltet die Augen offen, in den kommenden Tagen werdet ihr Videos zum 100 Kilometer-Zeitfahren auf YouTube finden!

Schweißpad wird nach der Testfahrt vom Oberschenkel gelöst und in eine Probenspritze gefüllt

Hände schieben nach dem Zeitfahren ein Schweißpad in ein Probenröhrchen für das Labor

Geöffnetes Bestzeit-Set zur Schweißanalyse mit Probenspritzen und Körperschema auf dem Asphalt

Danke, Sebi!

Es war wirklich ein cooler und interessanter Tag! Ein großes Dankeschön an Sebi, dass wir dabei sein durften. Hoffentlich konnten wir euch mit guten ersten Impressionen versorgen. Wie gesagt dürft ihr euch auf bewegte Action in den kommenden Tagen via YouTube Freuen!

Sebastian Kienle lacht mit Aerohelm und Sonnenbrille am Tag seines 100-Kilometer-Zeitfahrtests

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