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Triathlon Hot Spots: Solarer Berg | Der Ort, an dem Triathleten weinen

20. März 2018


Niclas-Bock-Challenge-Roth-Solarer-Berg-Solar-Hill

Jede Sportart hat ihre heiligen Stätten, Orte an denen Geschichte geschrieben wurde. Als Athlet oder Fan muss man diese Hot Spots mindestens einmal besucht oder erlebt haben. Auf Pushing Limits wollen wir euch einige dieser besonderen Orte vorstellen. Auch um die Motivation und Vorfreude auf die bevorstehende Saison noch etwas größer werden zu lassen. Den Anfang widmen wir dem Solarer Berg.

Der Nebel steht noch auf dem Main-Donau-Kanal, als die Dämmerung über der Wechselzone des größten Lang-Distanz-Triathlons der Welt anbricht. Die Athleten haben kurze Nächte hinter sich. Die Aufregung und die Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer waren zu groß für erholsamen Schlaf. Sogar die erfahrensten Athleten kommen hier nicht ohne eine gewisse Portion Ungewissheit und Selbstzweifel aus, denn der Tag – wie beim Challenge Roth – wird lang und hart. So oder so.

Wie Geburtstag und Weihnachten an einem Tag

Während die Athleten, die Hauptdarsteller dieses außergewöhnlichen Ausdauer-Schauspiels, letzte Handgriffe an ihren Rädern erledigen, die Wechselbeutel packen und mit jedem Herzschlag ihrem großen Akt näher kommen, herrscht im Landkreis auch anderswo längst reges Treiben.

Denn in Roth und all den kleinen Örtchen, die beim Challenge involviert sind, gibt es im Jahr drei Tage, an denen Eltern ihre Kinder morgens nicht wecken müssen: Wenn das Kind Geburtstag hat, an Weihnachten – und am Tag des DATEV Challenge Roth. Der Triathlon gehört hier zur Familientradition und ist längst in der dritten oder vierten Generation angekommen. Für die Menschen hier ist es nicht nur selbstverständlich mit anzupacken und zu helfen. Für sie ist es etwas Besonderes.

Stunden später. In der Ferne donnert der Kanonenschlag und gibt das Startsignal. Jetzt beginnt der Moment, in dem Träume in Erfüllung gehen. In dem Leiden, Hoffen, Bangen und Kämpfen zusammenkommen. Ein Moment, der für manche Athleten erst nach 13, 14, oder noch mehr Stunden enden wird. Es ist aber auch das Startsignal für alle Fans und Helfer: Es hat begonnen.

Pilgerstätte: Solarer Berg

Sobald die Athleten nach 3,8 Kilometern aus dem Kanal klettern und auf ihre Räder steigen, beginnt das große Pilgern der Fans, Freunde, Familienangehörigen und Triathlon-Fanatiker. Das Ziel: Der Solarer Berg. Eine paar hundert Meter lange Steigung, die an 364 Tagen im Jahr nicht unscheinbarer sein könnte. Aber heute wird sie zum Hexenkessel, zur schmalsten, lautesten, dröhnensten und emotionalsten Passage der Triathlon-Welt.

Wenn die Athleten um die letzte Kurve vor dem Solarer Berg rollen, stockt ihnen der Atem. Der Lärm ist unbeschreiblich, am Streckenrand brüllen und feiern tausende Menschen wie Besessene. Im Blindflug bahnen sich die Athleten den Weg durch das schulterbreite Spalier und können ihr Glück kaum fassen. Hier gibt es kein Leiden, keine Schmerzen. Stattdessen ungläubiges Kopfschütteln, breites Grinsen und Freudentränen unter den verspiegelten Sonnenbrillen. Es ist ein Spektakel, eine Party die niemals enden soll. Spricht man hier lediglich von Gänsehautstimmung, dann hat man den Solarer Berg nicht richtig verstanden.

Ich wünsche allen Glücklichen, die jemals in Roth am Start oder als Zuschauer dabei sein werden, viel Spaß! Lasst es krachen – auf oder neben der Strecke. Genießt jeden Moment und ganz besonders den Solarer Berg!

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