Triathlon
Deutsche Triathlon Union: Es tut mir leid
Liebe Triathlon Bundesliga, lieber DTU-Generalsekretär Matthias Zöll, ihr habt natürlich Recht: Mein Kommentar zur Triathlon Bundesliga, und die damit verbundene Verbandskritik, vor etwa drei Wochen waren nicht in Ordnung. Mein Fehler war, dass ich über Dinge geurteilt habe, von denen ich einfach keine Ahnung habe. Eine Entschuldigung.
- Titelbild: DTU/Petko Beier
Mittlerweile sind fast drei Wochen vergangen, nachdem ich meinen Kommentar über das Schattendasein der Triathlon Bundesliga veröffentlicht habe. Zum einen hatte ich also genug Zeit nochmal über meine Worte nachzudenken. Zum anderen konnte ich aber auch das Bundesliga-Rennen im Rahmen von „Die Finals“ miterleben, wozu ich ja auch meine Bedenken geäußert hatte. Ich muss mir eingestehen: Ich hätte besser den Mund halten sollen. Weiß Gott was mich geritten hat, als ich den Kommentar verfasst habe. Dank einiger Reaktionen – öffentlich oder über private Nachrichten – weiß ich nun aber: Alles gut so wie es ist!
Ich muss wohl ein paar Tage schlecht geschlafen haben und dann auch noch mit dem falschen Fuß aufgestanden sein. Natürlich glänzt die Triathlon Bundesliga und sie ist das Aushängeschild unserer Sportart. Vor ein paar Wochen hatte ich das noch anders gesehen, aber es ist definitiv so, dass die Triathlon Bundesliga in Deutschland richtig gut dasteht. Meine Kritik, dass es der Bundesliga an Charakter, Image und Identität fehle, war unangebracht und außerdem zu spitz formuliert. Wie mir von offizieller Seite mitgeteilt wurde, ist es als verantwortungsvoller, objektiver Sportjournalist – wie ich ja offenkundig einer bin – ohnehin fragwürdig, dass ich mich öffentlich über das Thema Triathlon Bundesliga und die Deutsche Triathlon Union äußere. Mir ist wichtig solches Feedback ernst zunehmen und die Message zu erkennen: Alles gut so wie es ist!
Noch nie stand die Bundesliga derart stark im Fokus der Triathlonszene, wie in dieser Saison. Das hatte ich unterschätzt. So muss ich auch sagen, dass ich mir meiner Verpflichtung und Aufgabe nicht bewusst gewesen bin, dass die Bundesliga längst eine breitere Darstellung auf den Plattformen von Pushing Limits verdient gehabt hätte. Ein Blick auf die Kanäle der großen deutschen Triathlonmedien zeigt mir, dass diese Entwicklung komplett an mir vorbeigegangen ist: Die Bundesliga ist tatsächlich ein wesentlicher – wenn nicht sogar der tragende – Bestandteil der Berichterstattung geworden. Das wird auch in der aktuellen Podcast-Episode von Carbon & Laktat mit Frank Wechsel (ca. ab Minute 30) nochmal deutlich. Nächstes Jahr können wir uns das auf jeden Fall nicht mehr entgehen lassen!
Ein bisschen Spaß muss sein: Jetzt aber mal im ernst
Also Spaß beiseite, ein paar Punkte gilt es vielleicht ganz nüchtern meinem Kommentar über die Triathlon Bundesliga hinzuzufügen und zu ergänzen. Die wesentlichen Dinge fasse ich daher nochmal zusammen, damit ich nicht falsch verstanden werde. Und das ab jetzt ohne Ironie:
- Die Triathlon Bundesliga bietet eine enorm hohe sportliche Klasse. Zu verdanken ist das den Teams und Betreuern, die sich ehrenamtlich dafür einsetzen. Und die dazu bereit (und in der Lage) sind 1.900 Euro Teilnahmegebühr für die Triathlon Bundesliga an die Deutsche Triathlon Union zu bezahlen.
- Die Triathlon Bundesliga erfüllt ihren Zweck und bietet jungen, ambitionierten und motivierten Athleten die Chance, auf weltklasse Niveau gegeneinander anzutreten und Erfahrung zu sammeln.
- Die Organisation der Triathlon Bundesliga-Wettkämpfe erfüllt höchste Ansprüche.
- Die Triathlon Bundesliga ist vor allem für diejenigen von Interesse, die in irgendeiner Form in das Geschehen involviert sind: Funktionäre, Offizielle, Team-Betreuer, Athleten, etc.
- Die Triathlon Bundesliga ist kein lohnenswertes Ziel für eine Berichterstattung für Medien oder Plattformen aus dem Triathlon- und Ausdauersportumfeld. Das ist nicht meine persönliche Einschätzung, sondern die verbreitete und existierende Meinung der relevanten Medien und Medienschaffenden.
- Die Deutsche Triathlon Meisterschaft über die Sprintdistanz im Rahmen von „Die Finals“ wäre auch ohne die Integration der Triathlon Bundesliga auf das gleiche öffentliche Interesse gestoßen. Das liegt am Format von „Die Finals“, das offensichtlich erfolgreich gewesen ist und hoffentlich eine Fortsetzung findet. Für den Triathlon an sich war es eine erfolgreiche Möglichkeit der Darstellung.
- Die Triathlon Bundesliga hat, anders als es die DTU versucht darzustellen, keine Rolle in der öffentlichen Berichterstattung rund um die „Die Finals“ gespielt. Im Radio, im TV, etc. wurde stets von der Deutschen Triathlon Meisterschaft berichtet, die Triathlon Bundesliga fand keine bis maximal kaum Erwähnung. Zusammenfassend kann festgehalten werden: Die Triathlon Bundesliga hat in der Berichterstattung von „Die Finals“ nicht stattgefunden, ein erhofftes Mehrinteresse an der Bundesliga ist nicht zu erkennen.
- Es ist nicht die Aufgabe von Medien, Medienschaffenden, Journalisten, etc. der Triathlon Bundesliga eine Plattform zu bieten, wenn sie es nach aktuellem Stand nicht wert ist. Mit Ausnahme eines sehr elitären und kleinen Kreises, der sich auch aus der oben genannten Interessengruppe ergibt, macht es keinen Sinn Ressourcen für Aktivitäten rund um die Triathlon Bundesliga aufzubringen.
- Ich bin kein Sportjournalist.
- Pushing Limits ist keine journalistische Plattform.
Ich denke damit ist zu dem Thema alles gesagt. Ich werde gespannt verfolgen wohin die Reise der Triathlon Bundesliga geht.
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