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Radfahren

Effektiv und effizient: Das gehassliebte Rollentraining

15.12.2018 · 4 Min. Lesezeit · von Niclas

Rollentraining

Ich liebe das Radfahren. Ich liebe lange Radtouren. Ich liebe es, wenn mir die Sonne auf die Haut scheint und der frische Wind um die Ohren weht. Von mir aus liebe ich es sogar laut angehupt zu werden, denn dann weiß ich: Ich bin draußen und radle durch die Gegend. Das ist die schöne Seite der zweiten Disziplin unseres Sports. Die hässliche Seite findet drinnen, indoor, statt: Rollentraining. Über Prinzipientreue, Schweißverlust und die gottverdammte Notwendigkeit.

Das muss jetzt mal raus: Ich bin bekennender Anti-Rollenfahrer! Mir macht es einfach keinen Spaß auf der Stelle zu trampeln – und das hat gleich mehrere Gründe. Seit ich mit meiner Freundin nach Nürnberg gezogen bin, wohnen wir in einer Altbauwohnung. Ab dem ersten Tritt auf der Rolle plagt mich mein schlechtes Gewissen und eine Frage geht mir schlicht nicht mehr aus dem Kopf: Hören die Nachbarn das Gebrumme? Nervt das? Werden sie aggressiv? Wackelt in der Wohnung unten drunter vielleicht sogar die Deckenlampe? Dann und wann bilde ich mir ein, dass von unten gegen den Boden gepolter wird. Einmal habe ich sogar mein Training kurz unterbrochen, da ich der festen Überzeugung gewesen bin, es hätte an der Tür geklingelt und ein Nachbar wolle sich beschweren. War aber nix. Trotzdem: Beim Rollentraining denke ich mehr an die anderen Mitbewohner des Hauses, als an meine Saisonplanung. Und allein das macht es schon irgendwie unentspannt.

Punkt zwei: Ich schwitze wie Sau!

Für eine Einheit auf der Rolle brauche ich zwei Handtücher und zwei Radtrikots. Das muss man sich mal vorstellen. So schnell können wir gar nicht waschen, wie ich wieder Trikots brauche. Oberkörperfrei zu fahren ist keine Option, denn dann tropfe ich ja sofort alles voll. Mein kluger Coach hat natürlich auch dafür wieder einen Fachterminus parat: Thermoregulation ist das Stichwort und die Tipps, die er dazu auf Lager hat, erklärt er im aktuellen Video zum Thema Rollentraining auf dem YouTube-Channel der Triathlon Crew Cologne. Vielleicht habt ihr das Video schon gesehen, ansonsten schaut es euch auf jeden Fall an! Dort werden die wesentlichen Problematiken und Fragen, vor denen wir als Athlet üblicherweise stehen, wirklich gut aufgearbeitet. Meine erste Tat wird nun jedenfalls sein, dass ich mein Rollentraining nur noch in Kombination mit einem Ventilator durchziehen werde.

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Punkt drei: Der Kampf gegen die Uhr

Ich habe so meine Prinzipien als Triathlet. Zum Beispiel fahre ich nicht draußen, wenn es regnet oder sobald es kälter ist als fünf Grad. Beim Rollentraining ist das nicht anders, länger als 60 Minuten halte ich es kaum aus.

Wenn es ein Programm gibt und ich dauerhaft beschäftigt bin gehen auch schon mal 70 oder 80 Minuten, aber länger? Sorry, keine Chance.

Das dürfte meinem Coach natürlich widerstreben, aber hier müssen wir uns noch ein bisschen finden … bisher waren die vorgesehenen Einheit allerdings auch selten länger als eine Stunde und meistens doch sehr abwechslungsreich. Jetzt denken wahrscheinlich viele: Hat der Typ denn kein Zwift? Nein, hat er nicht. Irgendwie habe ich dazu noch keinen Anlass gesehen und das Argument: „Ich habe Langeweile beim Rollentraining“ reicht mir auch noch nicht so ganz. Ich habe nicht das Gefühl, dass meine Antipathie gegen das Rollentraining von der Einsamkeit kommt – schließlich fahre ich auch im Sommer oftmals und lange alleine – sondern eher von der Tatsache drinnen zu sein und kaum Abwechslung zu genießen.

Jetzt kommt das große ABER

Aaaber: Es gibt reichlich Argumente, die für das Training auf der Rolle sprechen. Ich weiß natürlich, dass es keinen anderen Weg gibt, um an langen grauen Wintertagen an seiner Radperformance zu arbeiten, der so sinnvoll ist wie Rollentraining. Intervalle lassen sich gut dosieren, ich kann meine Technik und Ökonomie schulen, gezielte Reize lassen sich ohne großes Verletzungsrisiko setzen und die Gefahr einer Erkältung ist viel geringer. Ein paar weitere Argumente und sinnvolle Trainingstipps wird es schon bald hier und auf YouTube geben. Schaut also auf jeden Fall wieder vorbei und abonniert auch den Channel der Triathlon Crew Cologne.

Und ihr so?

Wie steht ihr zum Indoor-Training auf der Rolle? Welche Schwierigkeiten habt ihr und wie löst ihr sie? Womit motiviert ihr euch oder fällt es euch leicht auf der Rolle zu radeln? Schreibt uns euren Kommentar gerne unter den Beitrag auf der Facebook-Seite. Eventuell können sich andere (ich schließe mich da gerne mit ein) noch was von euch lernen!

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